By eine_Biene, on April 28th, 2013 - last modified by bengie_d, on April 28th, 2013
Wir haben ja einen ganzen Haufen Mitläufer in unserer öffentlichen Datenbank (suche.wirgehenmit.org), insgesamt derzeit aus etwa 135 Orten und die Zahl steigt stetig. Es gibt aber auch ganz viele Orte, vorallem kleinere, aber auch Städte wie z.B. Konstanz, Celle und Gera, für die sich noch niemand eingetragen hat.
Wir haben festgestellt, daß das die Leute manchmal entmutigt, mit uns in Kontakt zu treten, wenn offenbar niemand in ihrem Ort verfügbar ist. Aber der Schein kann trügen und es lohnt sich trotzdem!
Wir möchten hier erklären, wieso es uns fast immer gelingt, einen Mitläufer zu finden, auch wenn keiner auf der Liste steht.
Es gibt neben der öffentlichen Datenbank eine weitere (weniger umfangreiche) Liste, auf der Mitläufer stehen, die Ihre Kontaktdaten nicht im Internet preisgeben wollen, die aber einverstanden sind, daß das Orga-Team ihre Daten konkret an Begleitungssuchende auf Anfrage weitergibt. Wenn wir also eine Anfrage über Facebook, Twitter, unsere Emailadresse oder unser Mitläufertelefon bekommen, schauen wir erstmal auf diese beiden Listen, ob wir schon jemanden haben. Wenn nicht, treten wir die Mitläufersuche los.
Das heißt als erstes, daß wir eine anonymisierte Meldung im Stil „am xx suchen wir in yy einen Mitläufer für das zz-Amt“ über unserer Kanäle Facebook, Twitter und weitere (wir arbeiten an G+ und Diaspora) losschicken, und oft ist schon in wenigen Stunden jemand gefunden. Auf Twitter haben wir im Moment ca. 1707 Follower und unserer Facebook-Seite hat 558 Likes (durch die man über Aktuelles informiert wird), sowie ca. 377 Mitglieder in unserer Facebook-Gruppe. Darunter sind einige, die sich nicht dauerhaft zur Verfügung stellen können/wollen, aber gerne aushelfen, oder uns über ihr eigenes Netzwerk in unserer Suche unterstützen und die Suchanfragen weiterverbreiten.
In seltenen Fällen, das betrifft meist kleinere Orte, werden wir auch damit noch nicht fündig. Und dann packt unseren Frank vom Mitläufer-Orga-Team der Ehrgeiz. Frank beantwortet unser Mitläufer-Telefon und betreut einen großen Anteil der Mailanfragen, er ist meist zentral in die Suche involviert. Je näher ein Termin rückt, für den wir noch keinen Mitläufer haben, desto intensiver hängt Frank sich rein, er twittert persönliche Konkakte mit großer Reichweite direkt an, er nimmt den Telefonhörer in die Hand, und versucht Initiativen in der Umgebung zu finden, die eine Begleitung vielleicht übernehmen können, oder… oder… Er hat immer wieder kreative Ideen, wie es doch noch klappen könnte oder wen er noch fragen könnte.
Der letzte Fall, an den ich mich erinnern kann, bei dem eine Suche nicht erfolgreich war, ist Monate her. Je mehr Mitläufer wir werden und je mehr Unterstützer unsere Suchanfragen weiterreichen, desto besser und schneller klappt das auch.
Es lohnt sich also, unser Mitläufer-Telefon (02065-7923199) anzurufen, oder eine Suchanfrage an mitlaeufer@wirgehenmit.org zu schicken!
By eine_Biene, on Mai 16th, 2013 - last modified by eine_Biene, on Mai 16th, 2013
- Wir haben unsere wöchentlichen Online-Mitläufertreffen verlegt. Ab kommenden Montag, den 20. Mai finden die Orga-Treffen im Mumble immer Montags um 20.00 Uhr statt. Wir freuen uns auch nach wie vor über alle, die sich auf die ein oder andere Weise beteiligen wollen, zu tun gibt es immer genug. Hier könnt Ihr unverbindlich vorbeikommen und mitreden und mithören, und wenn das nicht passt und Ihr trotzdem etwas beitragen wollt, könnt Ihr Euch auch wie immer an mitlaeufer@wirgehenmit.org wenden.
- Seit einiger Zeit haben wir unsere neue Mitläufersuche im Probebetrieb, die anstelle der Mitläuferliste tritt. Wenn Euch hier noch Unregelmässigkeiten auffallen, bitten wir Euch um eine Meldung über unseren Bugtracker oder direkt an technik@wirgehenmit.org.
- Täglich gehen bei uns Suchanfragen per Email oder über unser Mitläufertelefon ein. Normalerweise klappt die Vermittlung ziemlich gut, es gibt aber gelegentlich Orte, wo es schwierig ist, eine Begleitung zu finden, aktuell sind das zum Beispiel in Hof/Bayern und Kusel/Rheinland-Pfalz. Ihr könnt hier durch Verbreiten unserer Suchanfragen über Twitter, Facebook, G+, im Freundeskreis oder andere Euch zur Verfügung stehenden Kanäle dazu beitragen, daß wir jemanden für die Ämterbegleitungen finden. Wir sind bereits zahlreiche Mitläufer (aktuell sind 252 in unserer Datenbank eingetragen), auf unserer Mitläufer-Karte sieht man, daß wir auch noch viele, viele mehr werden dürfen. . Wenn Ihr Euch eintragen wollt, schickt doch einfach Eure Kontaktdaten an mitlaeufer@wirgehenmit.org.
- In Duisburg-Rheinhausen bieten wir in Zusammenarbeit mit Bürger für Bürger Duisburg e.V. seit einigen Monaten eine wöchentliche Sprechstunde an. Jeden Mittwoch zwischen 11.30 und 17.00 Uhr in der Brahmsstr. 5 a in dem Räumen des Vereins Bürger für Bürger. Hier wird Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen angeboten, es können Termine für Begleitungen zum Amt vereinbart werden und ein Ausstausch kann stattfinden, häufig geht es hier auch um weitergehende soziale Unterstützung und Hilfe für Menschen in Notlagen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Rechtsberatung. Das Angebot hatte einen super Start und wird rege genutzt, der Bedarf ist riesig.
- In Berlin hat sich ein Mitläufer-Stammtisch zusammengefunden, der sich am 17.5. zum zweiten Mal trifft. Für diesen Termin ist ein Vortrag und Diskussion mit Franziska Drohsel geplant.
Mehr hierzu und über andere lokale Mitläufer-Aktivitäten findet ihr unter der Rubrik Mitläufer vor Ort , wenn Ihr bei Euch auch Mitläufer-Aktivitäten planen wollt, wie Infostände, Treffen, Schulungen, etc. freuen wir uns, wenn Ihr mit uns Kontakt aufnehmt.
- Wir haben ja bereits letztes Jahr den unterstützenden Verein Wir gehen mit – die Mitläufer gegründet. Im Moment geht es noch um die Klärung einiger Details für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit/Mildtätigkeit, wir bitten also alle, die gerne etwas spenden oder dem Verein beitreten wollen um noch etwas Geduld. Hier auch nochmal der Hinweis: Weder Mitläufer noch Begleitete müssen Mitglied im Verein werden, überhaupt niemand muss das, der Verein dient in allererster Linie der organisatorischen Unterstützung, z.B. dem Verwalten von Spendengeldern etc.
- In den letzten Wochen und Monaten wurde auch mehrmals in den Medien über uns berichtet, hier sind ein paar Beispiele:
By SunTsu, on März 19th, 2013 - last modified by wirgehenmit, on März 19th, 2013
Da seit Beginn des Projektes sehr viel passiert ist, und wir nicht wissen wer von den Mitläufern wieviel davon mitbekommen hat haben wir uns entschlossen ausnahmsweise eine Rundmail zu schreiben. Diese findet sich nun ebenfalls hier:
Liebe Mitläufer,
dank Euch ist aus dem kleinen und vielleicht unscheinbaren Tweet im Datenozean eine organisierte Initiative geworden: Wir begleiten mittlerweile mit 215 festen und vielen spontanen Mitläufern in allen großen und vielen kleinen Städten Menschen zu Ämtern, Behören und Jobcentern. Das Feedback, welches wir von Begleitern wie Begleiteten bekommen, ist durchgehend positiv.
Wir haben einen Verein gegründet
Nachdem der Verein Wir Gehen Mit – Die Mitläufer am 23.11.2012 im Unperfekthaus in Essen gegründet wurde, haben wir vor Kurzem die Eintragung ins Vereinsregister erhalten und warten aktuell auf die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Sobald diese erteilt wurde, werden wir uns noch effektiver um die Unterstützung der Mitläufer und Begleiteten durch Schulungen und Beratungsangebote, durch ehrenamtliche und gemeinnützige Initiativen und Vereine vor Ort kümmern können. Außerdem werden wir in die Lage versetzt, uns unabhängiger von den uns freundlicherweise Infrastruktur zur Verfügung stellenden Bürgerinitiativen und z.B. auch den Parteien zu machen und so unserem Anspruch als von der Politik unabhängigen Initiative gerecht werden.
Auch können wir dann, neben Eurer Mund-zu-Mund-Propaganda in der analogen wie der digitalen Welt, auch Flyer, Postkarten, Aushänge und Plakate drucken lassen, um auch diejenigen zu erreichen, die sich entweder keinen Internetanschluss leisten können oder wollen, jedoch trotzdem einen Nutzen von einer ehrenamtlichen Begleitung haben könnten.
Da der Verein lediglich zur Organisation und Öffentlichkeitsarbeit dient, muss natürlich keiner, weder Mitläufer noch Begleiteter, Mitglied werden.
Um eine Grundlage für Menschen zu schaffen, die ehrenamtliche Solidarität leben und Menschen bei Bedarf begleiten, haben wir hier für Euch:
Der Verhaltenskodex der Mitläufer (aktualisiert und im Konsens beschlossen):
1. Mitläufer begleiten ehrenamtlich Hilfesuchende zu Terminen bei Ämtern und zum Jobcenter.
Sie unterlassen dabei alles, was dem Hilfesuchenden in seiner Sache schaden könnte und tragen zur Deeskalation bei.
2. Mitläufer erstellen nach einer Begleitung, wenn es vom Begleiteten gewünscht wird, ein Gedächtnisprotokoll, welches dem Hilfesuchenden übergeben wird. Das Protokoll wird vom Mitläufer und dem Begleiteten unterschrieben.
3. Datenschutz und Verschwiegenheit über persönliche Daten sind uns sehr wichtig und wir behandeln die uns zur Kenntnis gebrachten Informationen absolut vertraulich!
4. Es wird vor dem Termin abgesprochen, ob der Mitläufer nur als stummer Begleiter auftritt, der sich ggf. Notizen macht, oder ob er in die Diskussion mit dem Sachbearbeiter eingreifen darf.
5. Es findet keine Missionierung statt: Eine Beeinflussung der Begleiteten zum Zwecke politischer, religiöser oder wirtschaftlicher Anwerbung oder der aktiven Mitarbeit bei den Mitläufern lehnen wir ab.
6. Ausgrenzung, Menschenverachtung und Diskriminierung haben bei den Mitläufern keinen Platz.
7. Zuverlässigkeit: Ein Mitläufer hält sich an die getroffenen Vereinbarungen.
8. Der Begleitete kann jederzeit (auch während des Termins) den Mitläufer ohne Angabe von Gründen aus seiner Funktion entlassen. Hierauf weist der Mitläufer hin und respektiert den Wunsch des Hilfesuchenden.
9. Bei Verstößen gegen die gemeinsam beschlossenen Verhaltensregeln ist eine Beschwerde über einen Mitläufer unter folgender Adresse möglich:
mitlaeufer@wirgehenmit.org Wir versuchen dann gerne zu schlichten (und müssen es uns natürlich letztendlich auch vorbehalten, einzelne Mitläufer die sich nicht an die Regeln halten, auszuschließen).
Unser 1×1 für Mitläufer
* immer ruhig, höflich und sachlich bleiben
* Sachbearbeiter sind KEINE Feinde, sondern potenzielle Verbündete.
* Anträge von Betroffenen sollten immer schriftlich mit einem Eingangsstempel des Jobcenters auf einer eigenen Kopie gestellt werden.
* Wenn der “Kunde” einen Mitläufer mit zum Gespräch bringt, hat er hierzu laut §13(4) SGB X das Recht und es ist vom Amt so hinzunehmen.
* Der Beistand bedarf keiner besonderen Legitimation oder Anmeldung. Es genügt, dass der Beteiligte mit ihm zu Verhandlungen oder Besprechungen erscheint (§13 Abs. 4 SGB X).
* Ein Beistand kann nur zurückgewiesen werden, wenn er aggressiv, betrunken, oder verwirrt ist. Außerdem muss er volljährig sein und, falls er Anwalt ist, darf er nicht vom Begleitetem bevollmächtigt sein.
* Seinen Namen muss der Mitläufer nicht nennen, aber aus der Erfahrung heraus empfehlen wir, sich mit Namen vorzustellen. Ein Mitläufer, der sich an den Kodex hält, tut ja nichts, das in irgendeiner Form negativ auffallen könnte. Das persönliche Vorstellen ist ein guter Einstieg in ein respektvolles Gespräch.
* Der Mitläufer bereitet sich vor dem Termin gemeinsam mit der/dem zu Begleitenden vor. Dies gilt insbesondere, wenn der Begleiter mehr als nur anwesend sein und still Protokoll führen soll. Denn wichtig ist: „Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als vom Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht“ (SGB X, §13, Abs. 4), hierauf wird der Begleitete im Vorfeld hingewiesen. Deshalb ist es wichtig, vor dem Termin genau abzusprechen, welches Ziel erreicht werden soll (z.B. Abwendung einer Sanktion, Barauszahlung, etc.) und welche Rolle der Beistand dabei spielen soll (ruhig und lediglich beobachtend oder aktiv eingreifend).
* Ein Mitläufer sollte nicht äußern, das er als Zeuge fungiert, da es mehrere Berichte gibt, dass Zeugen von Sachbearbeitern ausgeschlossen wurden. Ein Mitläufer ist Beistand, auch wenn er bei evtl. späteren gerichtlichen Auseinandersetzungen als Zeuge genannt werden kann.
* Ein Mitläufer macht keine rechtliche Beratung, das dürfen wir nicht! Wenn sich allerdings 2 Privatpersonen über ihre Erfahrung z.B. beim Jobcenter austauschen ist das ok.
* Wichtig ist meistens beim Jobcenter-Besuch, ein Protokoll zu führen. Schnell werden Details entscheidend, wenn es beispielsweise um die Auszahlung der ALG-II-Leistungen geht. Tonaufnahmen sind aber nicht erlaubt.
* Ganz wichtig ist es, sich während des Termins nicht abwimmeln zu lassen, sondern sachlich sein Recht zu fordern. Dabei lässt das Recht den Amtsmitarbeitern häufig einen Ermessensspielraum!
* Wenn man beim Sachbearbeiter auf taube Ohren stößt, ein Gespräch mit dem Teamleiter einfordern. Sofern von dort auch keine Abhilfe kommt, zur Beschwerdestelle gehen oder ein Gespräch mit dem Amtsleiter oder Geschäftsführer des Jobcenters einfordern.
Euer Feedback ist wichtig
Da strikter Datenschutz für uns Grundvoraussetzung für die Arbeit im Rahmen der Hartz 4 Thematik ist, haben wir die Vermittlung von Mitläufern voll in die Hände der Mitläuferliste gelegt. So werden nur die Informationen öffentlich, die notwendig für eine erfolgreiche Vermittlung sind. Das ist gut so und bleibt so.
Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, dass wir nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtbildes haben und so selbst nicht wissen, wie viele Begleitungen seit Start unserer Aktion von Mitläufern vorgenommen wurden. Da wir für mindestens 10% aller Jobcenter-Termine Mitläufer zusammenbekommen möchten, wäre es schön, aus Eurem Feedback einen groben Schätzwert ermitteln zu können.
Deshalb möchten wir Euch bitten, uns mitzuteilen, wie viele Menschen Ihr seit Eurer Eintragung in die Mitläuferliste bereits begleitet habt. Natürlich ist dieses Feedback kein Muss, lediglich ein “Nice to have” für uns, damit wir abschätzen können, wie gut wir sowohl Menschen mit Begleitungsbedarf als auch mit Begleitungsbereitschaft erreichen.
Als nächste geplante Neuerung steht der Umzug der formlosen Liste im Pad in eine strukturierte Datenbank inklusive Umkreissuche bevor. Um diesen Umzug durchführen zu können, wäre es gut, wenn Ihr uns Eure Postleitzahl mitteilen könntet. Diese wäre auch praktisch, weil wir gerne eine sich automatisch aktualisierende Mitläuferkarte erstellen möchten, damit man direkt eine Übersicht bekommt, wo es viele Mitläufer gibt und wo dringend welche benötigt werden. Bitte schickt uns diese und eventuelle Änderungen an Euren Daten, so Ihr wollt, als Antwort auf diese Mail.
Aktuelle Aktion
In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wird derzeit ein bundesweiter “Schlecker-Aktionstag” vorbereitet. Dazu sammeln wir die Adressen noch freier Schlecker- und IhrPlatz-Läden. Wir wären Euch daher dankbar, wenn Ihr uns Schlecker-Filialen mit Adresse nennen könntet, die in Eurem Umfeld bisher nicht wieder vermietet wurden. Auch dazugehörige Fotos wären sehr schön. Bitte sendet alles mit dem Betreff “Schlecker” an mitlaeufer@wirgehenmit.org. Für Eure Hilfe vielen Dank.
Wunsch nach mehr Information?
Wer von Euch in Zukunft mehr Infos von uns auf diesem Wege bekommen möchte, braucht uns nur entsprechend auf diese E-Mail zu antworten.
Alle Anderen bekommen von uns nur im Falle wirklich wichtiger Angelegenheiten eine E-Mail. Und wir denken dabei nicht an Spendenaufforderungen für uns, sondern an Begleitungsnotfälle und ähnliche tatsächlich wichtige Anliegen.
Wir danken allen Beteiligten für die Hilfe und Mitarbeit, und hoffen, dass sich unser gemeinsames Projekt auch in Zukunft so positiv weiterentwickelt.
Euer Orgateam von Wir Gehen Mit – Die Mitläufer e.V.
By hpweyer, on März 11th, 2013 - last modified by hpweyer, on März 11th, 2013
Während ProNRW im Rahmen ihrer „Asylmissbrauch“-Tour in Duisburg Halt macht und andere Organisationen und Parteien bereits zur großen Gegendemo aufgerufen haben, zeigen drei Duisburger Hilfsvereine, wie Integration gelebt werden kann: Sie laden alle Interessierten Mitbürger zum Zeichen echter Solidarität am Dienstag, 12.03.2013 von 9.00 bis 11.00 Uhr zum Frühstück gemeinsam mit den dort wohnenden Rumänen in das sogenannte Problemhaus „In den Peschen 3-5“ in 47226 Duisburg-Bergheim ein.
Gemeinsam mit „Bürger für Bürger Duisburg e.V.“ haben sich die Vereine „ZOF e.V.“ und „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ bereit erklärt den rumänischen Zuwanderern im Rahmen ihrer jeweiligen Kompetenzen zu helfen. „Man kann darüber streiten ob die Menschen hier willkommen sind, man kann darüber streiten ob das Problem von Europa gemacht wurde und man kann darüber streiten wie die Stadt auf diese Herausforderung reagieren soll – aber man kann über eines nicht streiten: Diese Menschen sind hier, sie leben in unserer Stadt, sie haben Hunger und ihnen muss geholfen werden!“ erklärt Rolf Karling, der seit Tagen mit seinem „Verein Bürger für Bürger Duisburg e.V.“ die Bewohner des Hauses In den Peschen 3-5 allabendlich mit Lebensmitteln versorgt.
Der Verein „ZOF e.V.“ wird in der nächsten Zeit beginnen die rumänischen Kinder an die deutsche Sprache heranzuführen. Trotz Schulpflicht können die Kinder die Schule nicht besuchen, weil ihnen grundlegende Deutschkenntnisse fehlen und sie dem Unterricht gar nicht folgen könnten. Wie in allen drei Vereinen üblich werden auch in diesem Fall ehrenamtliche Helfer diese Aufgabe übernehmen. Die Menschen müssen befähigt werden sich in Deutschland verständigen zu können. Nur durch die Möglichkeit der Kommunikation können Spannungen im Umfeld abgebaut werden.
„Alle Beteiligten befinden sich in einer Zwickmühle.“ erklärt Hans-Peter Weyer, Pressesprecher des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“, die Situation. „Schon beim Meldeamt gibt es Probleme, weil niemand deutsch spricht. Anmeldungen zur Schule können aus gleichem Grund nicht stattfinden. Und auch Verständigung mit den Nachbarn kann nicht wirklich stattfinden, weil die nötigsten Grundlagen der Kommunikation nicht bestehen.“
Mit dem gemeinsamen Frühstück gerade zum Zeitpunkt der ProNRW-Demo, wollen alle drei Vereine deutlich machen, dass für ein geeintes Europa die Bereitschaft zur Kommunikation und das Verstehen und Akzeptieren des jeweils Anderen wesentliche Voraussetzung ist. „Wer am Frühstück teilnehmen und europäisches Miteinander mit uns leben möchte, ist am Dienstag von 9-11 Uhr dazu herzlich eingeladen“, so Weyer.
By hpweyer, on März 4th, 2013 - last modified by hpweyer, on März 4th, 2013
„Harsche Kritik am rüden Umgangston im Jobcenter in Recklinghausen“ so titelte die WAZ. Eine Frau sei im Jobcenter Recklinghausen arrogant behandelt worden, man habe Ihr mit dem Sicherheitsdienst und dem Rausschmiss gedroht. Leider handelt es sich hier um keinen Einzelfall.
Kein Jobcenter gleicht heute mehr dem anderen. Überall gibt es andere Geschäftsführer. Nicht alle Jobcenter unterstehen mehr der Bundesagentur für Arbeit – viele handeln stattdessen als sogenannte „Optionskommunen“. Diese Jobcenter unterstehen nur noch dem Kreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt.
Ich habe viele Erfahrungen mit Jobcentern sammeln dürfen, habe selbst in Bochum und Soest im Jobcenter gearbeitet. Heute bin ich als Rechtsanwältin im Einzugsbereich des Jobcenters Essen tätig. Ich kenne daher beide Seiten.
Auf der einen Seite gibt es die einfachen Angestellten im Jobcenter. Oft selbst mit befristeten Verträgen und Angst um Ihren Arbeitsplatz. Die Fachkräfte sind oftmals studierte Juristen, Sozialarbeiter, Germanisten und dergleichen. Eine Einarbeitung erfolgt in vielen Fällen nicht. Fortbildungen gibt es nur selten. Es werden dort Menschen auf einen Arbeitsplatz gesetzt, von dem sie eigentlich nur wenig Ahnung haben. Die sollen dann über die Existenz anderer Menschen entscheiden. Im Jobcenter herrscht oft auch unter den Kollegen eher eine angespannte Stimmung. Das ist alles keine Entschuldigung, soll aber verdeutlichen, dass auch die Mitarbeiter in der Arbeitsvermittlung einen schweren Stand haben.
Auf der anderen Seite gibt es die „Hilfebedürftigen“, die „Kunden“, die „Leistungsempfänger“. Die meisten sind nicht glücklich mit ihrer Situation – wer ist schon gern auf die Hilfe anderer angewiesen? Anders können sie sich aber ihr Leben nicht mehr leisten. Wenn in solch einer Lage dann auch noch Auszahlungen durch das Jobcenter verspätet kommen, wenn durch EDV-Fehler die Miete nicht angewiesen wird oder die Sachbearbeiter einfach Fehler machen, ist es nicht verwunderlich, wenn die Menschen lauter werden. Es geht um Ihre Existenz!
Hier liegt glaube ich ein ganz großes Problem. Wenn ich sehe, dass einem Mandanten der Umzug verweigert wird nachdem sein Elternteil sich in der Nähe der gemeinsamen Wohnung umgebracht hat, und das Jobcenter bringt allen Ernstes die Begründung, dass es sich um ein „privates Problem“ handelt, das sich auch nicht durch einen Umzug lösen lässt, dann frage ich mich, wo das gegenseitige Verständnis abgeblieben ist.
Hilfebedürftige, die nicht wissen wie sie über das Wochenende kommen sollen, weil das Jobcenter ihnen aus Versehen nur 22 EUR (!) ausgezahlt hat, bekommen einen Notfalltermin frühestens an einem Dienstag.
Genau aus diesem Grund ist es vor allem wichtig, dass die Möglichkeit der Beratungshilfe- und Prozesskostenhilfe erhalten bleibt. Diese Möglichkeiten sollen aufgrund eines neuen Gesetzesentwurfs stark eingeschränkt werden. Vor Allem die Einführung einer “Bagatellgrenze” (für Manche sind 20 Euro halt nicht mehr wenig) und der Vorschlag die Prozesskostenhilfe nachträglich wieder zurücknehmen zu können führt den Sinn der Prozesskostenhilfe ad absurdum. Im Endeffekt nimmt man den ärmeren Parteien immer mehr die Möglichkeit Ihre Rechte wahrzunehmen.
In NRW wird damit fortgesetzt, was mit dem 2. Bürokratieabbaugesetz angefangen hat. Hier wurde bereits die Möglichkeit des Widerspruchsverfahrens in vielen Fällen gestrichen. Kein Wohngeldempfänger zieht direkt vor das Verwaltungsgericht mit allen Kostenrisiken. Daher bin ich für die Ablehnung des aktuellen Gesetzesentwurfs zur Anpassung der Prozesskostenhilfe. Den Hilfeempfängern oder Geringverdienern muss weiterhin die Möglichkeit gegeben werden die Entscheidungen z.B. des Jobcenters zu überprüfen.
Bei allem Verständnis für die Situation der Jobcenter-Mitarbeiter: Es geht hier um Existenzen, nicht um Bedarfsgemeinschaftnummern. Arbeitslosengeld 2 zu erhalten ist kein Privileg der Faulen. Es kann jedem passieren, in diesen Kreislauf zu rutschen. Gerade deswegen wünscht man sich ein gewisses Maß an Respekt. Kein Jobcenter-Mitarbeiter möchte auf der anderen Seite des Tisches sitzen. Viele müssten sich eigentlich noch gut erinnern können, wie das war – werden sie doch selbst oft aus den Reihen der „Vermittlungsfälle“ rekrutiert.
Aber, und auch das bitte ich nicht zu übersehen: Es gibt auch andere Mitarbeiter. Vielen ist es ein echtes Anliegen zu helfen doch oft sind ihnen durch gesetzliche Regelungen einfach die Hände gebunden. Ich habe erlebt, wie ein Sachbearbeiter einem Hilfebedürftigen 50 EUR aus eigener Tasche geliehen hat, als eine Bewilligung zu diesem Zeitpunkt rechtlich einfach noch nicht möglich war.
Wichtig ist, dass beide Seiten sich aktiv Mühe geben zu erkennen, dass auch auf der anderen Seite nur ein Mensch sitzt. Es gehört gegenseitiger Respekt dazu, ein ganz normaler freundlicher Umgangston und Verständnis. Leider ist dies derzeit eher eine Utopie. Solange nach Messerstechereien Wachmänner in Jobcentern stehen, Bürotüren verschlossen sind, keine kurzfristige Möglichkeit zur Vorsprache beim Sachbearbeiter besteht, Hotlines nicht besetzt sind und Unterlagen öfter verloren gehen als ankommen, muss man sich nicht wundern, wenn die Hilfebedürftigen nicht mehr freundlich auftreten und alltägliche Situationen immer wieder eskalieren.
Christina Worm
Vielen Dank an Frau Worm für diesen Gastartikel!
Frau Worm ist als Anwältin im Bereich Sozialrecht aktiv und betreibt einen eigenen Blog unter http://gravitationswelle.com
(Impressum: http://gravitationswelle.com/?page_id=8)
Sie ist über Twitter erreichbar als @BackschafterBo .
By bengie_d, on März 3rd, 2013 - last modified by bengie_d, on März 3rd, 2013
Lieber AStA,
wir sind eine soziale Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen als ehrenamtliche Begleiter zu aktivieren. Unser Ziel ist es, jeder Person, die einen Amts-, Behörden- oder Jobcenter-Termin nicht allein wahrnehmen möchte, eine ehrenamtliche, aufmerksame und deeskalierende Begleitung zur Seite zu stellen.
Diese Begleitungen werden von den “Mitläufern” angeboten, von Menschen die sich nach folgendem Kodex als Begleiter im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Verfügung stellen.
Wer als Mitläufer ehrenamtlich begleiten möchte, muss dazu nur die Bereitschaft mitbringen. Eine Mitgliedschaft im Unterstützerverein (Wir Gehen Mit – die Mitläufer e.V.) ist nicht erforderlich.
Der Mitläuferkodex: 1. Mitläufer begleiten ehrenamtlich Hilfesuchende zu Terminen bei Ämtern und zum Jobcenter.
Sie unterlassen dabei alles, was dem Hilfesuchenden in seiner Sache schaden könnte und tragen zur Deeskalation bei.
2. Mitläufer erstellen nach einer Begleitung, wenn es vom Begleiteten gewünscht wird, ein Gedächtnisprotokoll, welches dem Hilfesuchenden übergeben wird. Das Protokoll wird vom Mitläufer und dem Begleiteten unterschrieben.
3. Datenschutz und Verschwiegenheit über persönliche Daten sind uns sehr wichtig und wir behandeln die uns zur Kenntnis gebrachten Informationen absolut vertraulich!
4. Es wird vor dem Termin abgesprochen, ob der Mitläufer nur als stummer Begleiter auftritt, der sich ggf. Notizen macht, oder ob er in die Diskussion mit dem Sachbearbeiter eingreifen darf.
5. Es findet keine Missionierung statt: Eine Beeinflussung der Begleiteten zum Zwecke politischer, religiöser oder wirtschaftlicher Anwerbung oder der aktiven Mitarbeit bei den Mitläufern lehnen wir ab.
6. Ausgrenzung, Menschenverachtung und Diskriminierung haben haben bei den Mitläufern keinen Platz.
7. Zuverlässigkeit: Ein Mitläufer hält sich an die getroffenen Vereinbarungen.
8. Der Begleitete kann jederzeit (auch während des Termins) den Mitläufer ohne Angabe von Gründen aus seiner Funktion entlassen. Hierauf weist der Mitläufer hin und respektiert den Wunsch des Hilfesuchenden.
9. Bei Verstößen gegen die gemeinsam beschlossenen Verhaltensregeln ist eine Beschwerde über einen Mitläufer unter folgender Adresse möglich:
mitlaeufer@wirgehenmit.org
Wir versuchen dann gerne zu schlichten (und müssen es uns natürlich letztendlich auch vorbehalten, einzelne Mitläufer die sich nicht an die Regeln halten, auszuschließen).
Wir haben seit Juli 2012 bundesweit mehr als 200 “Mitläufer” gefunden, die sich auf unserer öffentlichen “Mitläuferliste” eingetragen haben. Dort sind sie von Menschen, die für einen entsprechenden Termin eine ehrenamtliche Begleitung suchen, leicht zu finden. Mitläufer, die ihre Daten nicht öffentlich machen wollen sind in unserer verdeckten Liste eingetragen und können über unser Orga-Team aktiviert werden.
Wir streben an, neben der direkten, konkreten Hilfe für Menschen mit Begleitungsbedarf noch einige andere Ziele zu erreichen:
1. Wir möchten Menschen dazu inspirieren, sich ehrenamtlich und gemeinnützig füreinander zu engagieren.
2. Wir wollen in der Bevölkerung weit verbreitete Vorurteile abbauen, indem wir Menschen ohne direkten Bezug zum Sozialsystem einen Einblick in die Lebenswelt von Leistungsberechtigten geben. So soll eine breite Erfahrungsbasis für eine offene und sachliche Diskussion über die Zukunft unseres Sozialsystems geschaffen und das gegenseitige Verständnis gefördert werden.
3. Durch die Organisation einer dezentralen, offenen und vor allem gemeinnützigen Zusammenarbeit aus Vereinen, Initiativen und Privatpersonen wollen wir der in unseren Augen als unethisch zu verurteilenden Politik und persönlichen Bereicherung zu Lasten der betroffenen Menschen entgegenwirken.
In diesem Sinne bitten wir um Eure Hilfe:
Wir sehen an den Hochschulen noch ein großes Potential, sowohl an möglichen Mitläufern als auch Menschen mit Begleitungsbedarf. Die von Euch vertretenen Studierenden haben immer weniger Zeit, für die weiter steigenden Lebenshaltungskosten aufzukommen. Wollen sie sich nicht bereits zu Studienzeiten verschulden, sind viele auf Hilfen, wie etwa Wohngeld, angewiesen. Hier können Mitläufer bei der Antragstellung hilfreich zur Seite stehen – besonders, wenn sie selbst Studenten sind.
Um Studierende auf unser Angebot aufmerksam zu machen und sie vielleicht sogar selbst als Begleitende zu gewinnen, wäre Eure Weiterempfehlung an und bei studentischen Selbsthilfegruppen sehr schön. Auch für die Möglichkeit, auf den AStA-Sommerfesten einen Infostand aufzustellen, um dort über uns informieren zu können, wären wir Euch dankbar.
In diesem Sinne freuen wir uns auf eine gelungene Kooperation.
Mit besten Grüßen,
Till Riebeling WirGehenMit – Die Mitläufer e.V.
WirGehenMit.org
mitlaeufer@wirgehenmit.org
Tel.: 02065-7923199
By SunTsu, on Februar 13th, 2013 - last modified by SunTsu, on Februar 13th, 2013
Am Freitag, den 15. Februar 2013 findet unser erster Berliner Mitläufer-Stammtisch statt.
Beim ersten Treffen möchten wir uns einfach gegenseitig vorstellen und Informationen zusammen tragen und teilen, die Einzelne von uns schon haben und die für alle anderen auch hilfreich sein könnten: Adressen von Anwälten/innen, Literaturhinweise, Linktipps etc. Außerdem wollen wir, dass erfahrene Mitläufer von ihren Terminen berichten, damit Neulinge davon profitieren und sich besser auf ihren ersten Termin einstellen können. Für Getränke ist gesorgt.
Bitte auch kurzfristig anmelden und für die, die zukünftig per Mail informiert werden möchten: thomas.gutsche@berlin.de
Freitag, 15. Februar 2013, 19.30 Uhr in Berlin-Schöneberg!
Für den Notfall meine Mobilnummer: 0176 23215929 (Thomas Gutsche)
Das Treffen wird hier stattfinden:
AWO-Schöneberg, Goltzstraße
Regionalbüro Berlin
Goltzstraße 19
10781 Berlin-Schöneberg
Tel.: +49 (0)30 70 00 90 10
By bengie_d, on Februar 8th, 2013 - last modified by bengie_d, on März 3rd, 2013
Durch Änderungen im Bereich der Prozesskostenhilfe erhoffen sich die Länder Einsparungen von bis 70 Millionen Euro – doch zu welchem “Preis”?
Die Rechte von Menschen, die sich ein Verfahren nicht leisten können, werden seit geraumer Zeit immer weiter beschnitten. Nachdem zunächst in NRW durch das 2. Gesetz zum Bürokratieabbau in vielen Fällen die Widerspruchsverfahren abgeschafft wurden, werden nunmehr die Voraussetzungen zum Erhalt von Beratungs- und Prozesskostenhilfe immer weiter erhöht. Das die Prozesskostenhilfe nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf auch während des laufenden Verfahrens zurückgenommen werden können soll setzt dem Ganzen die Krone auf.
Zu den Kernprinzipien eines Rechtstaats gehört es, auch für das eigene Recht vor Gericht gehen zu können.
Damit es nicht zu einer Zweiklassenjustiz kommt und diese Möglichkeit auch jedem offen steht, wurde die Prozesskostenhilfe eingeführt. “Wir wollten diejenigen, die aus eigener Kraft nicht ihre Rechte wahrnehmen konnten, waffengleich machen.” sagte Bundesminister a.D. Gerhard Baum in einem Interview mit dem ARD Magazin “Monitor”.
Die Länder erhoffen sich durch die Beschneidung der Prozesskostenhilfe Einsparungen von bis zu 70 Millionen Euro. Doch gerade viele Klagen im Bereich von Alg II, auch um sogenannte Kleinbeträge, könnten schon dadurch überflüssig gemacht werden, dass im Vorfeld rechtskonform gearbeitet würde. Einen Hinweis hierauf liefert die hohe Zahl an erfolgreichen Klagen von 47,3% bundesweit im Jahre 2010. (vergl. Information des statistischen Bundesamts)
Außerdem sind natürlich oft Menschen, die sehr dringende Verfahren im Bereich Arbeits- oder Familienrecht führen müssen, von den Änderungen betroffen, zum Beispiel wenn es um das Sorgerecht für Kinder geht.
“Sollte dieses Gesetz so verabschiedet werden, was wir nicht hoffen, wird es für jeden Einzelnen um so wichtiger, einen Beistand mit zum Amt zu nehmen, weil eine Korrektur auf dem Rechtsweg erschwert wird. Das tatsächliche und gefühlte Risiko wird für Geringverdiener zu groß. Recht darf nicht zu einem Privileg werden, sondern muss Recht für jeden bleiben. Die existierende Prozesskostenhilfe ist eine wichtige Grundlage für Fairness, Gerechtigkeit und Ausgleich in unserer Gesellschaft.”, so Till Riebeling von den Mitläufern.
Es wäre dann also zu befürchten, daß sowohl aus Angst, wie auch aus fehlendem Wissen in rechtlichen Details, absolut berechtigte Ansprüche nicht geltend gemacht werden.
Bundesminister a.D. Gerhard Baum drückt es im zuvor erwähnten Interview anders aus: “Was jetzt geschieht, ist doch eine Aushöhlung dieser Rechte, insbesondere für Niedriglohnbezieher. Ich würde mir wünschen, dass der Gesetzentwurf in der jetzigen Form nicht verabschiedet wird.”
Teilt den Abgeordneten im Deutschen Bundestag mit, dass ihr keine Einschränkung der Beratungs- und Prozesskostenhilfe wollt.
Stimmt im Petitionssystem des Bundestags für die Petition 38829!
By bengie_d, on Dezember 25th, 2012 - last modified by eine_Biene, on Dezember 26th, 2012
Der große Philosoph George Berkeley soll einmal gesagt haben: “Sein, ist wahrgenommen werden.” An diesen Satz musste ich denken, als am 1. Weihnachtsfeiertag das unten eingefügte Video auf Youtube erschien. Offensichtlich sind die Mitläufer wahrgenommen worden!
Und auch das bekannteste Zitat des großen Mahatma Ghandi scheint sich in diesem Video zu bestätigen. Er sagte: “Zuerst ignorieren sie Dich! Dann belächeln sie Dich! Dann bekämpfen sie Dich! Und dann, dann wirst Du sie besiegen!”
Und auch ganz klar gesagt: Wir wollen die schnellstmögliche Abschaffung des Unrechtssystems HARTZ4 ! Offensichtlich fühlen sich aber manche streitbaren Geister dazu berufen, die Arbeit der Mitläufer diskreditieren zu müssen. Sonst könnte ein solches Video nicht zustande kommen.
Wir bleiben bei unserem Grundsatz, Mitläufer wirken deeskalierend [1]! Wir lassen den anderen Gruppen gern ihre Art des Vorgehens. Aber was haben zehn Jahre Kampf gegen das System bisher gebracht? Was hat es gebracht, dass den Leuten eingetrichtert wird ohne Justiz kommt man nicht zum Recht? Was hat der bisherige Konfrontationskurs gebracht? Was hat es dem Einzelnen gebracht?
Es hat zumindest dazu geführt, dass die Menschen mit Angst zum Jobcenter gehen, weil dort scheinbar Monster hinter den Schreibtischen sitzen, die mit aller Macht bekämpft werden müssen. Und diese “Monster” schlagen unbarmherzig zurück und nutzen ihre Machtstellung aus, um auch mal zu zeigen, dass sie was zu sagen haben.
Wir wollen, dass damit Schluss ist.Wir wollen, dass es möglich ist ohne Angst zum Amt oder Jobcenter zu gehen. Wir wollen den Menschen (eben nicht Monstern) hinter den Schreibtischen die Chance geben, ihren eigentlichen Auftrag, nämlich Betreuung und Beratung der “Kunden”, leisten zu können.
Unser Anliegen ist es nicht, das System Hartz4 zu erhalten. Es muss abgeschafft werden! Aber solange es dieses System noch gibt, muss der einzelne Hilfesuchende die Möglichkeit haben, dort vorzusprechen und seine Anliegen bearbeitet zu bekommen, ohne dass ein Kleinkrieg [2] zwischen ihm und dem Sachbearbeiter entsteht. Das geht, nach unserer Ansicht, nur mit einem deeskalierenden Beistand!
Nur wenn es uns gelingt Gespräche zu führen und beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, kann es gelingen aus dem System, solange es dieses noch gibt, für jeden Einzelnen das Beste rauszuholen – das ist unser Ansatz. Und den vertreten wir hier auf diesem Blog in unserer Facebook-Gruppe und zu anderen Gelegenheiten. Wer sich daran auf unseren Seiten nicht halten und Parolen, Hetze und Ähnliches verbreiten will, hat da nichts zu suchen und wird gelöscht. Dieses Recht nehmen wir uns heraus – wie sich Andere herausnehmen ihren Weg zu gehen.
Mitläufer und Hilfesuchende können sich aussuchen, welcher Weg der ist, den sie mitgehen wollen. Sie sind herzlich willkommen.
By hpweyer, on Dezember 23rd, 2012 - last modified by hpweyer, on Dezember 23rd, 2012
Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr geht zuende. Meist ist dies der Zeitpunkt, in dem zurückgeschaut wird. Was ist passiert, welche Leistungen können hervorgehoben werden, was hätte besser sein können? Lassen wir das!
Sagen wir einfach mal DANKE!
DANKE an die Menschen die die Idee der Mitläufer geboren oder durch ihr Leben und ihre Worte dazu beigetragen haben.
DANKE an die Menschen, die mit Rat und Tat die Idee umgesetzt haben.
DANKE an das Orgateam, das sich wöchentlich getroffen, intensiv gearbeitet und die Idee mit Leben gefüllt hat.
DANKE an das Presseteam, das mit seiner Arbeit beigetragen hat die Idee der Mitläufer bekannt zu machen.
DANKE an die Gründungsmitglieder, die mit der Vereinsgründung Ende November Verantwortung für die organisatorische Plattform übernommen und die Arbeit der Mitläufer auf eine rechtliche Grundlage gestellt haben.
DANKE an alle, die mit ihren Fachkenntnissen geholfen haben Satzung und Vereinsgründung auf sichere Fundamente stellen.
DANKE an Initiativen, Vereine und Parteien, die bereit sind mit uns in enger Kooperation im Sinne solidarischer Gemeinschaft zusammenzuarbeiten.
DANKE an die Mitläufer, die bereit sind sich ehrenamtlich zu engagieren und sich in die Liste haben eintragen lassen.
DANKE an die Mitläufer, die bereits Mitmenschen begleitet und die Idee haben Wirklichkeit werden lassen.
DANKE auch an die Menschen, die einen Mitläufer angefordert und damit dieser Idee ihr Vertrauen geschenkt haben.
DANKE auch den Mitarbeitern in Ämtern, Psychologischen Diensten und Jobcentern, die vorurteilsfrei den Mitläufern eine Chance gegeben haben, ihren kostenlosen Dienst als Beistand durchzuführen, zum Wohle aller Beteiligten.
Für das neue Jahr wünschen wir uns ehrenamtliche Mitläufern in jedem Ort unseres Landes, damit das große Ziel gemeinsam erreicht werden kann:
Niemand muss allein zu einem Amt!
In diesem Sinne wünschen wir Allen ruhige, besinnliche und gesegnete Weihnachtstage und einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches neues Jahr.